Danke für eine tolle Veranstaltung!

Spannende Impulse rund um vernetzte Versorgung und Value-based Healthcare

Aufgrund der Pandemie-Situation konnten wir unser 10-jähriges Bestehen nicht angemessen feiern – umso inspirierender war das Event zum 11-jährigen Jubiläum des inav. Mit rund 100 Gästen aus allen Bereichen des Gesundheitswesens haben wir am 31.08.2022 im historischen Ambiente von Clärchens Ballhaus in Berlin Mitte diskutiert, angestoßen und gefeiert.

Zu den Highlights des Nachmittags gehörte die Keynote von Prof. Dr. Andréa Belliger, Co-Direktorin des Instituts für Kommunikation und Führung (IKF) und Prorektorin der Pädagogischen Hochschule Luzern, Schweiz. Im Zentrum ihres Beitrags standen die Chancen eines konsequent vernetzten Gesundheitswesens für die Qualität der Versorgung. Anhand von anschaulichen Beispielen aus anderen Branchen zeigte sie Perspektiven für eine Interoperabilität der Versorgungslandschaft auf, in der die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden respektive Patientinnen und Patienten im Zentrum stehen. Voraussetzung dafür ist gleichwohl eine kulturelle Interoperabilität – „eine Durchlässigkeit der Hirne und Herzen“. In welche Richtung sich das Mindset der Akteure bewegen muss, skizzierte die ausgebildete Theologin in Form von zehn Geboten für ein vernetztes Gesundheitswesen.

Unter dem Titel „Value-based Healthcare – Wie messen wir Erfolg?“ gab es anschließend drei spannende Impulse.

Michael Weller, Leiter der Abteilung „Gesundheitsversorgung und Krankenversicherung“ im Bundesministerium für Gesundheit (BMG), führte aus, dass ganzheitliche, vernetzte Versorgungsansätze auch aus Sicht des BMG immer mehr an Bedeutung gewinnen. Ein aktuelles Beispiel seien die sogenannten Gesundheitskioske, die ein niedrigschwelliges vernetztes und von Lotsen unterstütztes Versorgungsangebot an sozialen Brennpunkten bieten. Nach der erfolgreichen Pilotierung in den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Horn sollen die Gesundheitskioske nun bundesweit ausgerollt werden.

Ein weiteres Beispiel für eine hochgradig vernetzte und Outcome-orientierte Versorgung stellte Prof. Dr. Tobias Warnecke vor. Der Chefarzt der Klinik für Neurologie im Klinikum Osnabrück und Sprecher des Parkinsonnetzes Münsterland+ berichtete von den Erfahrungen des Parkinsonnetzwerks, wo die stärkere Vernetzung der Leistungserbringer zu einer deutlichen Versorgungsverbesserung von Parkinson-Betroffenen führt. Sie finden hier mit freundlicher Zustimmung von Herrn Prof. Dr. Warnecke die Präsentation zum Download.

Über die Hürden von Value-based Healthcare sprach Nora Blum, Gründerin und Geschäftsführerin der Selfapy GmbH, die bereits mit drei digitalen Gesundheitsanwendungen zu psychischen Indikationen im DiGA-Verzeichnis gelistet ist. Selfapy sei, so Blum, aktuell der einzige DiGA-Hersteller, der eine an die tatsächliche Nutzung der App gekoppelte Vergütung anstrebt. Diese Idee konnte bisher aber noch nicht befriedigend umgesetzt werden, weil eine Mehrwert-basierte Preisgestaltung im Gesundheitssystem schlicht nicht vorgesehen sei.

Die angeregte Diskussion im Plenum wurde bei einem Barbecue im Hofgarten bis in die späteren Abendstunden fortgeführt. Wir bedanken uns herzlich bei allen Referentinnen und Referenten für ihre außerordentlich interessanten Beiträge sowie bei allen Gästen und Mitarbeitenden, die zum guten Gelingen und zur schönen Atmosphäre der Veranstaltung beigetragen haben.

Wir freuen uns auf die nächsten elf Jahre und auf die weitere gute Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern.