Projekte

conneCT CF

Projekttitel:

Coaching und Telemonitoring für Patienten mit Cystischer Fibrose

Themenfeld:

Telemedizin, Coaching, Adhärenz, Cystische Fibrose, Mukoviszidose

Bundesländer:

Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen

Projektlaufzeit:

2020 bis 2023

Konsortialführer:

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Konsortialpartner:

inav – Privates Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH, m.Doc GmbH, PARI GmbH, Pneumologisches Studienzentrum München-West, Thieme TeleCare GmbH, Universitätsmedizin Essen – Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Rostock

Ansprechpartnerin inav:

Dr. Franziska Püschner

Beschreibung:

Ziel des Projektes ist es, auf Basis eines kontinuierlichen Telemonitorings und Coachings die individuelle Adhärenz von Patienten mit Cystischer Fibrose (CF, Mukoviszidose) zu steigern, um eine Verringerung von Exazerbationen und Krankenhausaufenthalten sowie eine Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen. Zudem soll die durch den zeitlichen Therapieaufwand entstehende Belastung der Patienten sowie der Angehörigen verringert werden.

In Deutschland sind ca. 8.000 Patientinnen und Patienten von CF, einer unheilbaren Erbkrankheit betroffen. Bei dieser seltenen Erkrankung sind verschiedene Organe, wie Leber, Lunge und Bauchspeicheldrüse, in ihrer Funktion beeinträchtigt und werden im Verlauf der Krankheit oft irreversibel geschädigt. Die Behandlung von CF, die aus täglicher Inhalation und Medikamenteneinnahme besteht, geht mit einem immensen Zeitaufwand aufseiten der Betroffenen einher. Dies führt dazu, dass nur 30 bis 50 Prozent der CF-Patienten und -Patientinnen die Therapie konsequent durchführen.

Patientinnen und Patienten mit CF erhalten in Abhängigkeit zu ihrer telemedizinisch überwachten Therapietreue ein individuelles Coaching zur Steigerung der Adhärenz. Zugleich erfolgt durch den Einsatz von telemedizinfähiger Heimspirometrie die Überwachung des Gesundheitszustandes (Lungenfunktion). Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte erhalten neben regelmäßigen Berichten zur Vorbereitung einer anstehenden Visite auch Hinweise auf etwaige Verschlechterungen über eine Alarmfunktion. Hierdurch wird es dem Arzt bzw. der Ärztin ermöglicht, kurzfristig zu intervenieren mit dem Ziel, durch Therapieanpassung eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufes zu verhindern. Dafür steht eine integrierte Videosprechstunde zur Verfügung, die zudem auch auf Patientenwunsch stattfinden kann. Neben der niedrigschwelligen Interventionsmöglichkeit dient die Videosprechstunde auch der Entlastung von Patientinnen und Patienten sowie ihrer Angehörigen.

Methodik:

Um die Wirksamkeit des Projektes hinsichtlich der Therapieadhärenz, der Lebensqualität und des Gesundheitszustandes zu evaluieren, wird eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) durchgeführt. Durch die Beschaffenheit der Intervention (Coaching, Videosprechstunde) ist eine Verblindung weder für Patienten noch für Ärzte durchführbar. Zusätzlich werden mit dem Ziel eine Überführung in die Regelversorgung adäquat zu gestalten, qualitative Befragungen der Ärzte, der Patienten und deren Angehöriger sowie eine gesundheitsökonomische Evaluation durchgeführt, welche die Potenziale der Verbesserung quantifizieren und abbilden soll.

Förderung:

Das Projekt wird vom Innovationsfonds für insgesamt 3,5 Jahre mit einer Fördersumme von rund 3,8 Millionen Euro gefördert.