Projekte

sekTOR HF

Transsektorale bedarfsorientierte Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz und Entwicklung eines alternativen Vergütungsmodells

Entwicklung von Versorgungsstrukturen und -konzepten

Bundesland:

Bayern, Hessen

Projektlaufzeit:

2020 – 2023

Projektbeschreibung:

Jährlich erkranken über 465.000 Menschen an Herzinsuffizienz. Durch die alternde Gesellschaft ist die Tendenz steigend. Der zunehmende Kostendruck stellt eine wachsende Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem dar. Der Großteil der Kosten bei Herzinsuffizienz fällt im Krankenhaus an. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte kann durch adäquates Management von niedergelassenen Ärzten und eine bessere Koordination zwischen den sog. Sektoren verringert werden. Momentan werden viele Fälle im Krankenhaus behandelt, die auch ambulant versorgt werden könnten. Gleichzeitig würden einige schwere ambulante Fälle von der Überweisung ins Krankenhaus profitieren. Es fehlt eine bedarfsgerechte Navigation der Patienten zu der richtigen ambulanten oder stationären Behandlung. Darüber hinaus setzt die unterschiedliche Vergütung in den ambulanten und stationären Sektoren grundsätzlich falsche Anreize. Während im ambulanten Sektor Patientenpauschalen existieren, werden im stationären Sektor Fallpauschalen angewendet. Dieser Unterschied in den Vergütungssystemen verstärkt die Tendenz, dass Patienten im Zweifel stationär behandelt werden.

Das Ziel von sekTOR-HF ist die bedarfsgerechte und ressourcenoptimierte sektorübergreifende Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz. Zu diesem Zweck werden Koordinations- und Kommunikationsstrukturen als Brücke zwischen den Sektoren eingerichtet. Dazu gehören eine e-Health-Plattform zur Kommunikation aller Akteure, eine digitale Patientenakte sowie eine regionale Netzwerkstelle, die das Monitoring der Patienten unterstützt und so die vorhandenen Ressourcen im ambulanten und stationären Bereich koordiniert. Diese begleitet die Patienten kontinuierlich, indem sie digital vermittelte Vitaldaten auswertet. Im Fall einer Verschlechterung kann die Netzwerkstelle frühzeitig Leistungserbringer auf der passenden Versorgungsebene aktivieren.

Das zweite Projektziel ist die Entwicklung eines neuen sektorübergreifenden Vergütungsmodells, das Anreize für eine kosteneffiziente Versorgungen setzt. Das inav wird dafür eine theoretische und empirische Analyse zu verschiedenen internationalen sektorenübergreifenden Vergütungsmodellen, wie z.B. Bundled Payments, durchführen. Dies geschieht im Austausch mit internationalen Experten, die Erfahrungen zu bereits existierenden Modellen einbringen. Die im Projekt erhobenen Daten der teilnehmenden Herzinsuffizienzpatienten machen es anschließend möglich, verschiedene Modelle im Hinblick auf Anreize, Ressourcenverbrauch und Übertragbarkeit auf den deutschen Kontext zu untersuchen.

Förderung:

Das Projekt wird vom Innovationsfond für insgesamt 3,5 Jahre mit einer Fördersumme von ca. 3,8 Millionen Euro gefördert (Förderkennzeichen: 01NVF19006)

Konsortialführer:

RHÖN-KLINIKUM-AG Bad Neustadt a. d. Saale

Konsortialpartner/Krankenkassen:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg (Standort Marburg), RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, KV Bayern (München), Ärztenetzwerk PriMa e.G. (Marburg), ZTM Bad Kissingen GmbH (Bad Kissingen), InGef GmbH (Berlin), AOK Hessen (Eschborn), DAK-Gesundheit (Hamburg), RWI e.V. (Essen), inav GmbH (Berlin)

Kooperationspartner:

Deutsche Herzstiftung e.V., ICD Defibrillator Selbsthilfegruppe Rhön-Grabfeld Bad Neustadt a. d. Saale, Selbsthilfegruppe Herzklappenerkrankung, Selbsthilfegruppe Herzinsuffizienz, Zi-Institut (Berlin), Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Rhön-Grabfeld, Universitätsklinikum Gießen und Marburg (Standort Giessen)

Ansprechpartner im inav:

Dr. oec. publ. Matthias Arnold