Projekte

Gemeindeschwester plus

Ein großer Anteil der älteren Menschen hat das zentrale Bedürfnis nach einem selbstbestimmten und so weit wie möglich unabhängigen Leben in der eigenen Häuslichkeit. Gleichzeitig neigen ältere alleinlebende Personen dazu, sich zum Beispiel durch Stürze zu verletzen. In diesem Kontext empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, ein unterstützendes Umfeld aufzubauen, in dem ältere Menschen ohne jegliche Einschränkung unabhängig leben können.

Das Projekt Gemeindeschwester plus richtet sich an Menschen ab 80 Jahren, die in der eigenen Häuslichkeit leben und Unterstützungsbedarf haben. Durch das Projekt soll die Selbstständigkeit dieser Altersgruppe und deren soziale Teilhabe möglichst lange aufrechterhalten werden.

Im Zentrum der Tätigkeiten der Fachkräfte stehen:

  • eine aufsuchende, präventive und gesundheitsfördernde Beratung in Form von präventiven Hausbesuchen
  • die Vermittlung an entsprechende weitere Unterstützungsangebote
  • die Stärkung regionaler, sozialer Netzwerke und Unterstützungsangebote
  • die Aktivierung vorhandener Ressourcen der hochbetagten Menschen und seiner Umwelt zur Bewältigung von Herausforderungen des Alterns,
  • die Mitwirkung an einer bedarfsorientierten Weiterentwicklung der kommunalen und sozialräumlichen Infrastruktur
  • die Erfassung und Vermittlung wohnortnaher Angebote zur Unterstützung und Teilhabe

Träger des auf kommunaler Ebene umgesetzten Projektes sind das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz (MASTD) sowie die in Rheinland-Pfalz vertretenen gesetzlichen Krankenkassen und Krankenkassenverbände der AOK, BKK, IKK, vdek, Knappschaft, SVLFG. Das Projekt wurde bereits 2015 bis 2018 in einer ersten Projektphase umgesetzt und evaluiert und befand sich von 2019 bis 2021 in einer zweiten Projektphase, die aktuell evaluiert wird.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat im Auftrag des GKV-Bündnisses für Gesundheit inav mit der Evaluation des Projekts beauftragt. Hauptziele der Evaluation, die am RE-AIM Modell orientiert ist, sind die Betrachtung der Angebotsdichte für die Zielgruppe, die Evaluation des Implementierungs- und Umsetzungsprozesses (sowie förderlicher und hemmender Faktoren) und die Wirksamkeit des Projektes mit Blick auf die Zielgruppe des Projektes, die hochbetagten Menschen ab 80 Jahren ohne vorhandenen Pflegegrad.

Die Evaluation greift dabei auf qualitative als auch quantitative Erhebungsmethoden zurück und ist in drei Module gegliedert.

  1. Modul: Online-Befragung der Projektverantwortlichen und der Fachkräfte Gemeindeschwesterplus 
  2. Modul: Fokusgruppen und Telefoninterviews mit Vertreterinnen und Vertretern der Projektträger, der Fachkräfte und der Projektverantwortlichen
  3. Modul: Schriftliche Befragung der hochbetagten Menschen

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