SmartAssistEntz – Smartphone-assistierte Abstinenzförderung nach Alkoholentzug

Themenfeld:
Sozialleistungsträgerübergreifende Versorgungsmodelle

Bundesland:
Bayern

Projektlaufzeit:
2019-2022

Projektbeschreibung:
Alkoholabhängigkeit gehört zu den häufigsten psychischen Störungen weltweit und ist durch einen oft chronischen Verlauf gekennzeichnet. Das deutsche Gesundheitssystem hält prinzipiell eine Vielzahl von Behandlungsangeboten für die Betroffenen bereit. Jedoch nimmt nur ein geringer Anteil der Betroffenen nach Abschluss des stationären Entzugs weiterführende Versorgungsangebote in Anspruch. Folglich erhalten Betroffene in einer Phase, die sich durch ein hohes Rückfallrisiko auszeichnet, keine angemessene Unterstützung.

Die neue Versorgungsform „SmartAssistEntz“ soll Patienten nach erfolgtem stationärem Entzug dabei unterstützen, individuell passende Anschlussmaßnahmen zu identifizieren, in Anspruch zu nehmen und nachhaltig zu nutzen. Das Smartphone-basierte Konzept sieht die folgenden durch einen eCoach begleitete Komponenten vor: a) Förderung der Abstinenzmotivation durch App-basiertes Training von Abstinenzkompetenz, b) App-basierte Telediagnostik zur Identifikation der individuell passenden Anschlussmaßnahmen und c) Überführung in ausgewählte Anschlussmaßnahmen auf Grundlage eines individuellen Nachhaltigkeitsplans, der in sechs wöchentlichen Telefonaten zwischen dem Patienten und dem eCoach gemeinsam erarbeitet wird.

In der Evaluation erfolgt ein Vergleich von „SmartAssistEntz“ mit der Regelversorgung. Primärer Zielparameter ist das Rückfallrisiko innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Entzugs. Sekundäre Parameter sind u.a. die Nutzung evidenzbasierter Anschlussbehandlungen nach stationärem Entzug, die Schwere der Alkoholabhängigkeit, die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die (Gesamt-)Kosten. Tertiäre Outcomeparameter sind Usability und Zufriedenheit mit „SmartAssistEntz“. Hierzu werden Patienten sowie Behandler befragt und Routinedaten der beteiligten Krankenkassen und der Rentenversicherung herangezogen.

Für die Projektlaufzeit von 3 Jahren besteht eine Förderung von insgesamt ca. 2,4 Millionen Euro. Im Erfolgsfall könnte das Versorgungskonzept „SmartAssistEntz“ auf andere Regionen oder in die Regelversorgung übertragen werden.

Konsortialführung:
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie

Weitere Konsortialpartner:
AOK Bayern, BAHN-BKK, Bezirksklinikum Ansbach, Frankenalb-Klinik Engelthal, Klinikum am Europakanal Erlangen, Klinikum der Universität München, Klinikum Nürnberg (Standort Nord), Krankenhaus Altdorf, Universitätsklinikum Erlangen, Antaris Digital Health Solutions GmbH, Universität Bamberg, inav – privates Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH

Ansprechpartner im inav:
Dr. rer. pol. Linda Kerkemeyer, Vanessa von Stülpnagel

Weitere Informationen unter:
Gemeinsamer Bundesausschuss