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TelementorCOPD

Bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) handelt es sich um eine Krankheit, die sich über mehrere Jahre entwickelt und in eine dauerhafte Schädigung der Lunge mündet. In der Folge leiden die Betroffenen unter schwerer Atemnot. Mit einer Prävalenz von knapp sechs Prozent zählt COPD zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland.

Plötzliche Verschlechterungen des Krankheitszustandes (Exazerbationen) kommen häufig vor und führen vielfach zu Krankenhausaufenthalten. Das Projekt TelementorCOPD verfolgt das Ziel, diese Exazerbationen frühzeitig zu erkennen, entsprechende Interventionen einzuleiten und dadurch Krankenhauseinweisungen zu vermeiden. Dies geht auch mit einer Steigerung der Lebensqualität von COPD-Patientinnen und Patienten einher.

Mithilfe einer speziellen COPD-App erhalten die teilnehmenden Patientinnen und Patienten ein Körper- und Lungentrainingsprogramm mit präventivem Charakter. Über Telemessgeräte werden darüber hinaus automatisch Vitalwerte sowie die Ergebnisse von COPD-Assessment-Tests erfasst und übermittelt. Auf dieser Basis kann das Exazerbationsrisiko analysiert werden, das in Form eines Ampelschemas visualisiert wird. Speziell geschulte COPD-Nurses, die das Monitoring der Werte übernehmen, können dann frühzeitige risikoadaptierte Interventionen einleiten und die Patientinnen und Patienten per Videochat kontaktieren oder sie an die behandelnden Pneumologinnen und Pneumologen überweisen.

Die inav GmbH wurde mit der Evaluation des Projektes beauftragt. Im Rahmen einer unverblindeten, randomisierten und kontrollierten Studie wird ermittelt, ob sich akute Verschlechterungen in der Interventionsgruppe mithilfe der COPD-App und der Überwachung der Vitalparameter im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant verringern lassen.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 3,76 Mio. Euro aus dem Innovationsfonds gefördert. Im Erfolgsfall führt die Optimierung der ambulanten COPD-Versorgung zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands der Patientinnen und Patienten und erhöht deren Lebensqualität. Das Versorgungskonzept ist auch auf andere Regionen und Indikationen übertragbar.

Foto: freepik | DCStudio