Real-World-Data: Einfluss leitliniengerechter Therapie bei Lungenkrebs
Die Studie untersucht den Einfluss leitliniengerechter Behandlung auf das Überleben von Patient:innen mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) anhand von Versicherungsdaten der BARMER Krankenkasse. Es wurden signifikante Unterschiede in der Behandlungsqualität zwischen spezialisierten Zentren und der Routineversorgung aufgedeckt. Eine leitlinienkonforme Versorgung ging mit einer höheren Überlebenswahrscheinlichkeit einher. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Spezialisierung, standardisierter Diagnostik und Therapie in der Krebsversorgung.
Methodik
- Studientyp: Retrospektive Kohortenstudie
- Datenbasis: GKV-Abrechnungsdaten der BARMER (8,3 Mio. Versicherte)
Patientenstichprobe:
- Gruppe 1: 889 Patient:innen im Frühstadium, die eine operative Therapie erhielten
- Gruppe 2: 1.618 Patient:innen im fortgeschrittenen Stadium, die eine rein systemische Therapie erhielten
Definition Leitlinienkonformität:
- Gruppe 1: Adäquate diagnostische Bildgebung (FDG-PET/CT oder Szintigraphie mit CT/MRT) innerhalb von 42 Tagen vor der Operation
- Gruppe 2: Molekulare Biomarker-Diagnostik und zielgerichtete Therapien
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Definition spezialisierte Versorgung:
- Gruppe 1: Von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte Lungenkrebszentren vs. nicht-zertifizierte Kliniken
- Gruppe 2: Einrichtungen im Nationalen Netzwerk Genomische Medizin Lungenkrebs (nNGM) vs. andere Einrichtungen
Ergebnisse
Unter den NSCLC-Patient:innen im Frühstadium (Gruppe 1) erhielten nur 61,5 % eine leitlinienkonforme Bildgebung vor der OP. Patient:innen mit adäquater Bildgebung hatten ein signifikant längeres Überleben, insbesondere wenn sie die Goldstandard-Diagnostik (FDG-PET/CT) erhielten. Patient:innen, die in zertifizierten Lungenkrebszentren behandelt wurden, erhielten häufiger ein FDG-PET/CT im Vergleich zu denen, die in nicht-zertifizierten Kliniken behandelt wurden.
Bei NSCLC-Patient:innen im fortgeschrittenen Stadium (Gruppe 2) zeigte sich, dass Patient:innen, die in den hochspezialisierten Einrichtungen des nNGM behandelt wurden, häufiger eine molekulare Biomarker-Diagnostik erhielten, die eine Voraussetzung für den Einsatz innovativer zielgerichteter Therapien darstellt. Dies ist relevant, da eine zielgerichtete Therapie das Überleben der Patient:innen signifikant verlängern kann.

