ARTIFICE – Innovative Versorgung für ältere Schlaganfallpatient:innen
Die ARTIFICE-Studie (Ambulante Stroke Unit-Behandlung für ältere Menschen) untersucht, ob eine ambulante Behandlung von Patient:innen mit leichtem Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) eine sichere und wirksame Alternative zur stationären Versorgung auf einer Stroke Unit sein kann. Die Neurologische Universitätsklinik Heidelberg führt die Studie in Kooperation mit dem Geriatrischen Zentrum am Universitätsklinikum Heidelberg und dem inav – Institut für angewandte Versorgungsforschung durch. Gefördert wird das Projekt mit 2,4 Millionen Euro vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).
Hintergrund
In Deutschland ist die stationäre Behandlung auf einer Stroke Unit der Goldstandard für die Akutversorgung von Schlaganfallpatient:innen – unabhängig vom Schweregrad. Doch nicht alle Betroffenen benötigen eine mehrtägige Krankenhausbehandlung. Gerade für ältere Menschen ab 60 Jahren, die das höchste Schlaganfallrisiko tragen, könnte eine ambulante Alternative Vorteile bieten.
Ziel der Studie
ARTIFICE zielt darauf ab, eine ambulante Stroke Unit zu etablieren, die eine gleichwertige Versorgung wie die stationäre Behandlung bietet. Die Studie untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit der ambulanten Behandlung, die Lebensqualität und Zufriedenheit der Patient:innen sowie die Wirtschaftlichkeit des neuen Versorgungsmodells.
Methodik
- Studienaufbau: Randomisierte kontrollierte Studie mit 400 Teilnehmenden ab 60 Jahren
- Zielgruppe: Patient:innen mit leichtem Schlaganfall oder TIA, medizinisch stabil
- Evaluation: Klinische Endpunkte (neurologische Verschlechterungen, erneute Schlaganfälle), Lebensqualität und Patientenzufriedenheit (nach 7 Tagen, 3 und 12 Monaten), Gesundheitsökonomische Analyse
Potenzial
Die ARTIFICE-Studie hat das Potenzial, die Schlaganfallversorgung für ältere Menschen zu revolutionieren. Durch die Etablierung einer ambulanten Stroke Unit könnte eine bedarfsgerechte, patientenzentrierte Versorgung ermöglicht werden, die sowohl die Lebensqualität der Betroffenen als auch die Effizienz des Gesundheitssystems verbessert. Erste Ergebnisse werden nach Abschluss der Datenauswertung voraussichtlich Ende 2029 erwartet.
Mehr Informationen zur ARTIFICE-Studie finden Sie auf den Seiten der Neurologischen Klinik Heidelberg und des G-BA Innovationsausschusses.

