GefaS – Gesundheitsfachkräfte an Schulen

BZgA: Gesundheitsfachkräfte an Schulen (GefaS)

Themenfeld:

Prävention und Stärkung der Gesundheitskompetenz

Bundesland:

Niedersachsen (Bremen)

Projektlaufzeit:

2018 – 2020

Projektbeschreibung:

Heutige Gesundheitssysteme stellen Menschen vor die Herausforderung, Entscheidungen bezüglich ihrer Gesundheit zu treffen. Von hoher Relevanz ist in diesem Zusammenhang das Wissen, die Motivation und die Kompetenzen auf entsprechende Informationen zuzugreifen, sie zu verstehen, einzuschätzen und anzuwenden. Das dahinter stehende Konzept wird als Gesundheitskompetenz definiert und ist die Voraussetzung, um gesundheitsbezogene Entscheidungen bezüglich einer angemessenen Versorgung zu treffen. Die Gesundheitskompetenz ist somit auch ein wichtiger Prädiktor für den Gesundheitszustand eines Menschen. In Deutschland hat mehr als jede zweite Person Schwierigkeiten, gesundheitsbezogene Informationen zu verstehen. Hierbei zeigt sich ein Zusammenhang zwischen eingeschränkter Gesundheitskompetenz und niedrigem Sozialstatus.

Bremen und Bremerhaven stellen relevante Standorte zur Etablierung von Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz dar. In einigen Stadtteilen zeigen sich Ungleichheiten in den Lebensbedingungen sowie hinsichtlich Gesundheits- und Bildungschancen. Um diesen entgegenzuwirken wird an Bremer und Bremerhavener Grundschulen seit einiger Zeit das Projekt „Gesundheitsfachkräfte an Schulen (GefaS)“ durchgeführt.Die Ziele des laufenden Projektes umfassen: Stärkung der Gesundheitsressourcen von Schüler*innen, Lehrkräften und Eltern; Schaffung einer gesundheitsfördernden Schulumgebung; Verstärkte Öffnung der Schule zu gesundheitsbezogenen Angeboten im Stadtteil; Auf- und Ausbau von Netzwerkstrukturen.

Eine prozessbegleitende Evaluation ist häufig zentraler Bestandteil einer komplexen Intervention. Die prozessbegleitende Evaluation des kassenartenübergreifenden Projektes „GefaS“ wird durch das GKV-Bündnis für Gesundheit gefördert und im Zusammenhang mit der Evaluation kassenartenübergreifender Projekte durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beauftragt. In der Evaluation von „GefaS“ wird erhoben, ob das zugrundeliegende Projekt erfolgreich umgesetzt wurde und demnach das Potenzial besitzt, verstetigt zu werden, um auch langfristig positive Auswirkungen zu erzielen. Zur Messung werden im Sinne eines Mixed-Methods-Ansatzes sowohl qualitative als auch quantitative Erhebungsmethoden eingesetzt. Der Fokus der Evaluation liegt verstärkt auf der Struktur- und Prozessevaluation. Es wird hierbei unter anderem erfasst, inwieweit es Hindernisse bezüglich der Projektumsetzung an den Schulen gibt, welche förderlichen Faktoren diesbezüglich existieren und wie die Zusammenarbeit der Gesundheitsfachkräfte mit den Schulbeteiligten und Eltern funktioniert.

Elektronische Patientenakte

Die elektronische Patientenakte

Studie zum Thema: Die elektronische Patientenakte

Land:

International

Projektlaufzeit:

Juli – Oktober 2016

Projektbeschreibung:

Die Effektivität und Effizienz der Versorgung zu steigern – das ist Sinn und Zweck einer elektronischen Patientenakte (ePA). Der Eingang der ePA in das deutsche Gesundheitswesen erweist sich jedoch als überaus komplex. Warum tut sich Deutschland in dieser Veränderung so schwer und in welchem Ausmaß unterscheiden sich ePA-Vorzeigeländer wie Dänemark oder Israel von Deutschland? Die vom inav durchgeführte Studie sollte sich dieser Frage annehmen. Die Studie bestand aus einer Literaturrecherche, Case Studies sowie der Entwicklung einer Scorecard.

Der Fokus der Literaturrecherchewar die internationale Evidenzlage zur ePA, insbesondere zu den Effekten der ePA auf die Versorgung und zu bestehenden Erkenntnissen zur Implementierung. Die Literaturrecherche erfolgte anhand von Datenbankabfragen bei PubMed und Google Scholar. Betrachtet wurden systematische Reviews, die zwischen 01.01.2010 und 14.07.2016 publiziert wurden.

Daneben umfasste die Studie Case Studies, welche die Situation und Fortschrittlichkeit bei der Implementierung und Nutzung der ePA in ausgewählten Ländern beleuchten sollten. Die Case Studies wurden für Dänemark, Israel, die USA und Österreich durchgeführt. Ergänzt wurde die Auswahl durch Case Studies zu den Unternehmenslösungen von Apple und Google. Für die Case Studies zentral waren ausführliche Expertengespräche im In- und Ausland.

Mit dem dritten Teil der Studie, der „European Scorecard“, sollte der Stand der Umsetzung der ePA in Deutschland in einem europäischen Maßstab eingerahmt und mit ausgewählten Ländern abgeglichen werden. Für die Entwicklung der Scorecard wurden relevante Indikatoren ausfindig gemacht, welche die Komplexität der ePA-Implementierung angemessen widerspiegeln, systematisch erhoben werden und für eine größere Badbreite an Ländern verfügbar und vergleichbar sind. Nach Entwicklung der Scorecard wurde eine Auswahl von 20 Ländern mit Blick auf die Implementierung und Nutzung der ePA im Sinne des eines Ampelsystems bewertet. 2018 erfolgte, ebenfalls durchgeführt vom inav, ein Update der Scorecard.

Aus der Ergebnissynthese der drei Komponenten wurden Handlungsempfehlungenin unterschiedlichen Themenfeldern abgeleitet.

Auftraggeber:

Stiftung Münch

Weitere Informationen:

https://www.medhochzwei-verlag.de/Shop/ProduktDetail/die-elektronische-patientenakte-978-3-86216-331-1

https://www.stiftung-muench.org/wp-content/uploads/2018/09/Scorecard-final.pdf

EasiPRO3

Evaluation und Erschließung von Marktzugangswegen des Online-Programms PROSTANA®bei Prostatakrebs

Themenfeld:

Digital Health & Start-ups

Projektlaufzeit:

2017 – 2020

PROSTANA®soll als interaktiver und evidenzbasierter Online-Therapiebegleiter Patienten und deren Angehörige nach der Diagnose Prostatakrebs bei der Therapieentscheidung und dem Umgang mit der Diagnose unterstützen.

Im Rahmen der EasiPRO3-Studie werden die Effekte von PROSTANA®wissenschaftlich untersucht. Darüber hinaus werden durch eine strategische Beratung geeignete Marktzugangswege erarbeitet und Preismodelle entwickelt.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Während Männer heute dank neuer Therapien auch mit Prostatakrebsdiagnose eine längere Lebenserwartung haben als noch vor einigen Jahren, steigt der Anteil der Patienten, die an psychischen Belastungen in Folge der Erkrankung leiden. Insbesondere die Zeit direkt nach der Diagnosestellung ist für die Patienten mit sehr viel Unsicherheit verbunden, doch auch noch während der Therapie und nach erfolgter Therapieentscheidung erleben Krebspatienten erhöhten emotionalen Stress.
Mithilfe des interaktiven und personalisierten Online-Therapiebegleiters PROSTANA®können sich Patienten und deren Angehörige über die Erkrankung, den Umgang damit sowie auch über relevante Behandlungsmöglichkeiten informieren. Dadurch sollen die Patienten bei der Entscheidung für eine passende, auf individuelle Präferenzen und Lebensziele angepasste Therapieform helfen.

Im Rahmen einer prospektiven cluster-randomisierten kontrollierten Studie sollen die Effekte von PROSTANA®wissenschaftlich evaluiert werden. Mithilfe von Fragebögen wird neben der Patienten-, und Angehörigenperspektive auch die Ärzteperspektive betrachtet. Untersucht werden primär die Zufriedenheit der Patienten mit der Therapieentscheidung, sekundär die psychische Belastung und der erlebte Entscheidungskonflikt der Patienten sowie der Einfluss von PROSTANA® auf die partizipative Entscheidungsfindung für Patienten und Ärzte.
Um PROSTANA®bei der Planung für einen Markteintritt zu unterstützen, erfolgt weiterhin eine strukturierte Recherche ähnlicher Produkte auf dem Markt, um ein angemessenes Preismodell erstellen zu können. Zudem werden Empfehlungen für Vergütungswege erarbeitet. Leitfadengestützte Experteninterviews mit Vertretern gesetzlicher Krankenkassen sollen die erarbeiteten Preis- und Vergütungsmodelle testen, um die Zahlungsbereitschaft zu erfassen und entsprechende Handlungsempfehlungen aussprechen zu können.

Ansprechpartner

Frau Katharina Achtert
Herr Ralph Lägel

Projekt zur Optimierung der Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus und einer intensivierten Insulintherapie mittels Telemedizin

Bundesland:

Bayern

Projektlaufzeit:

2018-2019

Projektbeschreibung:

Diabetes mellitus betrifft in Deutschland etwa 9% der Bevölkerung und Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil in Zukunft steigen wird. Viele Patienten erhalten heutzutage eine intensivierten Insulintherapie, die zeitlich und organisatorisch aufwändig ist und einen engen Arzt-Patienten Kontakt für den Erfolg der Therapie benötigt. Die Annahme, dass ein konsequentes Monitoring kombiniert mit einer individuellen und telemedizinisch unterstützten ärztlichen Betreuung maßgeblich dazu beitragen kann, den Stoffwechsel von Patienten mit Diabetes mellitus zu verbessern bzw. zu stabilisieren, führte zur Initiierung Studie. Der telemedizinische Ansatz lag in der konsequenten Glukosemessung, die auf elektronischem Weg an den Arzt übermittelt wurde.

Die Evaluation sollte untersuchen, ob die Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus und intensivierter Insulintherapie mittels Telemedizin zu einer Verbesserung der glykämischen Stoffwechsellage führt. Als primärer Endpunkt wurde der HbA1c-Wert herangezogen. Die sekundären Fragestellungen befassten sich mit den Zusatzkosten der Intervention, weiteren Indikatoren zur glykämischen Stoffwechselsituation, der Umsetzbarkeit des Ansatzes in den Praxisalltag und in den Alltag der Patienten, sowie der Therapiezufriedenheit der Patienten.Die Datenerhebung und Projektumsetzung erfolgten vom 01.10.2018 bis zum 31.07.2019. Zielgruppen des Projekts waren Patienten mit Diabetes mellitus Typ-1 und Typ-2 und die behandelnden Ärzte.

Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde eine quasi-experimentelle Studie mit einem Prä-Post-Design durchgeführt, mit einer Studienlaufzeit von sechs Monaten zwei (Patienten) bzw. drei (Ärzte) Befragungszeitpunkten. Für Befragungen wurden sowohl selbst entwickelte als auch standardisierte Fragebögen herangezogen. Je nach Forschungsfrage und Endpunkt wurden deskriptive und/oder inferenzstatistische Analysen herangezogen. Die statistische Datenauswertung erfolgte mit SPSS Subscription Version, Stand 2019.

Projektträger:

Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB)

Mitglieder des Projektkonsortiums:

Berufsverband niedergelassener Diabetologen in Bayern (bndb), Bayerische TelemedAllianz (BTA) und Abbott GmbH & Co.KG

Evaluation:

inav GmbH

Vergleich der Nutzenbewertungen der CDK 4/6-Inhibitoren

Gegenstand des Projektes

CDK 4/6-Inhibitoren stellen eine relativ neue Wirkstoffgruppe zur Behandlung des metastasierten Brustkrebs dar. Mit Palbociclib erfolgte im November 2016 der Markteintritt des ersten Vertreters dieser Gruppe. Nachfolgend wurden mit Ribociclib und Abemaciclib zwei weitere CDK 4/6 – Inhibitoren zugelassen. Sämtliche Vertreter der neuen Wirkstoffklasse wurden zwischenzeitlich der Nutzenbewertung unterzogen. Im Ergebnis wurde für keines der Präparate ein Zusatznutzen anerkannt. Zugleich ist erkennbar, dass bei der Bewertung recht unterschiedliche Maßstäbe angelegt wurden.

Methodik

Ausgehend von der aktuellsten Nutzenbewertung – der Neubewertung von Palbociclib – wurde eine vergleichende Darstellung der Verfahren vorgenommen.

Ergebnisse

Es zeigte sich, dass das IQWiG bei der Bewertung der einzelnen Wirkstoffe auffallend unterschiedlich vorging. Auch der G-BA zeigt bei den Bewertungen Inkonsistenzen. So werden z.B. Verzerrungen, die die Interpretation eines Studienergebnisses womöglich erschweren, auffallend unterschiedlich bewertet. Während ein deutlicher Effekt im Gesamtüberleben aufgrund denkbarer Verzerrungen negiert wird, werden vermehrte unerwünschte Ereignisse trotz erheblicher Bedenken bzgl. der Aussagekraft in der Bewertung berücksichtigt.

Auch die kritische Bewertung von Surrogatparametern scheint sich auf Endpunkte zu konzentrieren, die den Nutzen eines Wirkstoffs aufzeigen könnten. Bei unerwünschten Ereignissen ist keine Auseinandersetzung mit dieser Thematik erkennbar. Eine bedeutsame Argumentationslinie des G-BA bei der vorgenommenen Saldierung von Vorteilen der CDK 4/6-Inhibitoren mit vermehrten Unerwünschten Ereignissen stützt sich stark auf asymptomatische Neutropenien – einen Endpunkt von zumindest fraglicher Patientenrelevanz.

Erfahren Sie in folgender Publikation mehr zu diesem Thema:

Bleß, H.: „Vergleich der Nutzenbewertungen der CDK 4/6-Inhibitoren“, in: „Market Access & Health Policy“ (01/20)

vfa – Anwendungsbegleitende Daten in der Nutzenbewertung

Ziel des Projektes ist es, Empfehlungen zur Evidenzgenerierung und -auswertung mittels anwendungsbegleitender Daten in der Nutzenbewertung von Orphan Drugs und Arzneimitteln zu identifizieren.

Relevanz des Themas

Mit dem GSAV wird der G-BA ermächtigt, für Orphan Drugs und Arzneimittel mit bedingter oder unter besonderen Bedingungen erteilter Zulassung anwendungsbegleitende Datenerhebungen und Auswertungen zum Zweck der Nutzenbewertung zu fordern. Hierbei sind nach Intention des Gesetzgebers auch nicht-randomisierte Studien und damit niedrigere Ergebnissicherheiten zu akzeptieren.

Methodik

Auf Grundlage einer Übersicht über den aktuellen Umgang mit nicht-randomisierten Studien seitens relevanter Organisationen sowie einer Übersicht zu methodischen Auswertungsverfahren werden Empfehlungen bezüglich Evidenzgenerierung und -auswertung formuliert, die der Zielsetzung dienen, verwertbare Daten für einen quantifizierbaren Zusatznutzen generieren zu können und damit die Evidenzlage zu verbessern.

Ergebnisse

Entdecken Sie die Projektergebnisse in folgender Publikation:

Bleß, H.: „Anwendungsbegleitende Daten in der Nutzenbewertung – Empfehlungen zur Evidenzgenerierung und -auswertung“, in: „Monitor Versorgungsforschung“ (01/20), S. 47-54, doi: 10.24945/MVF.01.20.1866-0533.2202

sekTOR HF

Transsektorale bedarfsorientierte Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz und Entwicklung eines alternativen Vergütungsmodells

Entwicklung von Versorgungsstrukturen und -konzepten

Bundesland:

Bayern, Hessen

Projektlaufzeit:

2020 – 2023

Projektbeschreibung:

Jährlich erkranken über 465.000 Menschen an Herzinsuffizienz. Durch die alternde Gesellschaft ist die Tendenz steigend. Der zunehmende Kostendruck stellt eine wachsende Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem dar. Der Großteil der Kosten bei Herzinsuffizienz fällt im Krankenhaus an. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte kann durch adäquates Management von niedergelassenen Ärzten und eine bessere Koordination zwischen den sog. Sektoren verringert werden. Momentan werden viele Fälle im Krankenhaus behandelt, die auch ambulant versorgt werden könnten. Gleichzeitig würden einige schwere ambulante Fälle von der Überweisung ins Krankenhaus profitieren. Es fehlt eine bedarfsgerechte Navigation der Patienten zu der richtigen ambulanten oder stationären Behandlung. Darüber hinaus setzt die unterschiedliche Vergütung in den ambulanten und stationären Sektoren grundsätzlich falsche Anreize. Während im ambulanten Sektor Patientenpauschalen existieren, werden im stationären Sektor Fallpauschalen angewendet. Dieser Unterschied in den Vergütungssystemen verstärkt die Tendenz, dass Patienten im Zweifel stationär behandelt werden.

Das Ziel von sekTOR-HF ist die bedarfsgerechte und ressourcenoptimierte sektorübergreifende Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz. Zu diesem Zweck werden Koordinations- und Kommunikationsstrukturen als Brücke zwischen den Sektoren eingerichtet. Dazu gehören eine e-Health-Plattform zur Kommunikation aller Akteure, eine digitale Patientenakte sowie eine regionale Netzwerkstelle, die das Monitoring der Patienten unterstützt und so die vorhandenen Ressourcen im ambulanten und stationären Bereich koordiniert. Diese begleitet die Patienten kontinuierlich, indem sie digital vermittelte Vitaldaten auswertet. Im Fall einer Verschlechterung kann die Netzwerkstelle frühzeitig Leistungserbringer auf der passenden Versorgungsebene aktivieren.

Das zweite Projektziel ist die Entwicklung eines neuen sektorübergreifenden Vergütungsmodells, das Anreize für eine kosteneffiziente Versorgungen setzt. Das inav wird dafür eine theoretische und empirische Analyse zu verschiedenen internationalen sektorenübergreifenden Vergütungsmodellen, wie z.B. Bundled Payments, durchführen. Dies geschieht im Austausch mit internationalen Experten, die Erfahrungen zu bereits existierenden Modellen einbringen. Die im Projekt erhobenen Daten der teilnehmenden Herzinsuffizienzpatienten machen es anschließend möglich, verschiedene Modelle im Hinblick auf Anreize, Ressourcenverbrauch und Übertragbarkeit auf den deutschen Kontext zu untersuchen.

Förderung:

Das Projekt wird vom Innovationsfond für insgesamt 3,5 Jahre mit einer Fördersumme von ca. 3,8 Millionen Euro gefördert (Förderkennzeichen: 01NVF19006)

Konsortialführer:

RHÖN-KLINIKUM-AG Bad Neustadt a. d. Saale

Konsortialpartner/Krankenkassen:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg (Standort Marburg), RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, KV Bayern (München), Ärztenetzwerk PriMa e.G. (Marburg), ZTM Bad Kissingen GmbH (Bad Kissingen), InGef GmbH (Berlin), AOK Hessen (Eschborn), DAK-Gesundheit (Hamburg), RWI e.V. (Essen), inav GmbH (Berlin)

Kooperationspartner:

Deutsche Herzstiftung e.V., ICD Defibrillator Selbsthilfegruppe Rhön-Grabfeld Bad Neustadt a. d. Saale, Selbsthilfegruppe Herzklappenerkrankung, Selbsthilfegruppe Herzinsuffizienz, Zi-Institut (Berlin), Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Rhön-Grabfeld, Universitätsklinikum Gießen und Marburg (Standort Giessen)

Ansprechpartner im inav:

Dr. oec. publ. Matthias Arnold

tele-dermatologie

TeleDermatologie

Allgemein-, Fach- und Notfallmedizin im ländlichen Raum am Beispiel Dermatologie

Ziel des Projektes ist die Erprobung einer telemedizinischen Versorgung für die Behandlung von Patienten mit Hauterkrankungen im ländlichen Raum.

Relevanz des Themas

Sowohl die hausärztliche als auch die fachärztliche Versorgung gehen auf dem Land immer weiter zurück. In Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise konzentrieren sich Hautarztpraxen vor allem in Zentren und Mittelzentren, während ländliche Gebiete zunehmend einen Mangel aufweisen. Die Folgen für die in dem Bundesland lebenden Patienten sind unter anderem lange Wartezeiten auf einen Termin und eine schlechte Erreichbarkeit dermatologischer Facharztpraxen.

Gegenstand des Projektes

Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf der Implementierung eines telemedizinischen Konsils zwischen Ärzten (Hausärzte, Ärzte in Notaufnahmen) und Dermatologen (niedergelassene Dermatologen oder Hautklinik) mit Hilfe einer App. Die Dermatologie ist für ein telemedizinisches Konsil besonders gut geeignet, da sich symptomatische Hautveränderungen über Bilder leicht vermitteln lassen. Der betreuende Arzt fotografiert die betroffene Hautstelle des Patienten und sendet das Bild zusammen mit Informationen zur Anamnese und Symptomen an den dermatolo-gischen Spezialisten. Dieser gibt Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

Das Projekt wird mit ca. 1,8 Millionen Euro gefördert. Im Erfolgsfall soll die neue Versorgungs-form auf andere strukturschwache, ländliche Regionen übertragen werden. Die App sowie das zugrundeliegende telemedizinische Konzept könnten künftig weiterhin auch für andere Fach-richtungen angepasst werden.

Methodik

Die Evaluation des dermatologischen Telekonsils erfolgt mittels der Analyse von Routinedaten, Patienten- und Ärztebefragungen, sowie Fokusgruppenbefragungen und Expertengesprächen.

Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr. Volker Eric Amelung, Felix Freigang

IGiB-StimMt

IGiB StimMT

Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg – Strukturmigration im Mittelbereich Templin

In dem Pro­jekt „IGiB-StimMT“ wer­den sta­tio­nä­re und am­bu­lan­te Ver­sor­gungs­ka­pa­zi­tä­ten gemäß der sich ändernden Bevölkerungsstruktur im Mittelbereich Templin an­ge­passt und ent­sprech­en­de fach- und sek­to­ren­über­grei­fen­de Struk­tu­ren ein­ge­führt.

Relevanz des Themas

Stei­gen­de Ster­be- und sin­ken­de Ge­bur­ten­ra­ten so­wie ei­ne al­tern­de Ge­sell­schaft sind Schlag­wör­ter des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels in Deutsch­land. Be­son­ders der länd­li­che Raum ver­zeich­net im­mer we­ni­ger jun­ge und im­mer mehr äl­te­re Men­schen, ei­ne Ent­wick­lung, die sich auch im me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­an­ge­bot durch ei­ne Zu­nah­me an chro­ni­schen Krank­hei­ten und/oder Mehr­fach­er­krank­ung­en wi­der­spie­gelt. Da auch für den Mit­tel­be­reich Temp­lin ei­ne star­ke Ver­än­de­rung der Be­völ­ker­ungs­struk­tur pro­gnosti­ziert wird, ist es not­wen­dig, neue und be­darfs­ge­rech­te Ver­sor­gungs­struk­tu­ren zu ent­wi­ckeln und zu im­ple­men­tie­ren.

Gegenstand des Projektes

Kern­stück des Projektes ein am­bu­lant-sta­tio­nä­res Zen­trum, in dem ärzt­li­ches und re­gio­na­les Fach­per­so­nal sek­to­ren­über­grei­fend ge­bün­delt wird. Dies soll ins­be­son­de­re zur Stär­kung der Akut- und Not­fall­ver­sor­gung die­nen. Die fach- und ein­rich­tungs­über­grei­fen­de Ver­zah­nung des Zen­trums wird durch ein Ko­or­di­nie­rungs- und Be­ra­tungs­zen­trum un­ter­stützt, das sich um das Fall- und Ent­lass­ma­nage­ment küm­mert. Zu­gleich wer­den Pa­ti­en­ten in­di­vi­du­ell be­ra­ten und ih­nen wird in bü­ro­kra­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten zur Sei­te ge­stan­den. Über ein Ärz­te­netz wer­den die Ver­sor­gungs­an­ge­bo­te der nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te vor Ort in­te­griert. Wei­te­rer Be­stand­teil des Pro­jek­tes ist die Ent­wick­lung und Im­ple­men­tie­rung von Be­hand­lungs­pfa­den für aus­ge­wähl­te chro­ni­sche Er­krank­ung­en. Für ei­nen schnel­le­ren und ef­fi­zien­te­ren Aus­tausch von In­for­ma­tio­nen über meh­re­re Fach­dis­zi­pli­nen und Ein­rich­tung­en hin­weg, wird au­ßer­dem ei­ne IT-Platt­form auf­ge­baut. Ge­för­dert wird das Pro­jekt für ins­ge­samt vier Jah­re mit ca. 14,5 Mill­io­nen Eu­ro.

Methodik

Die Evaluation des Projektes wird unter Berücksichtigung der Vielschichtigkeit auf mehreren Ebenen durchgeführt. Auf Grundlage eines mixed-methods-Ansatzes erfolgt die Evaluation auf zwei Ebenen. Zum einen wird eine Struktur- und Prozessanalyse durchgeführt, zum anderen erfolgt eine gesundheitsökonomische Evaluation des Projektes. Ferner findet eine Begleitforschung auf Basis qualitativer wissenschaftlicher Methoden statt. Auf diese Weise soll herausgefunden werden, ob die komplexe Intervention die Versorgungsstrukturen und –prozesse im Mittelbereich Templin bedarfsorientiert an bestehende Herausforderungen anpassen kann.

Ansprechpartner

Dr. rer. pol. Linda Kerkemeyer

Rise-uP

Rücken innovative Schmerztherapie mit e-Health für unsere Patienten

Im Projekt „Rücken innovative Schmerztherapie mit e-Health für unsere Patienten“ (Rise-uP) wird systematisch untersucht, wie die bislang oft wenig effektive Behandlung von Rückenschmerzen verbessert werden kann.

Relevanz des Themas

Für viele Menschen in Deutschland gehören Rückenschmerzen zum alltäglichen Leben; jeder fünfte gesetzlich Versicherte geht deshalb mindestens einmal im Jahr zum Arzt. Trotz der hohen Prävalenz gibt es bislang keinen zielführenden Behandlungspfad. Häufig kommt es zur Fehl- und Überversorgung.

Gegenstand des Projektes

Die Grundidee des vorliegenden Interventionskonzeptes besteht darin, die derzeit fragmentierten Strukturen bei der Behandlung von Rückenschmerzpatienten aufzuheben und Behandlungspfaden zu entwickeln. Das Rise-uP Behandlungskonzept basiert auf dem frühzeitigen Einsatz eines Assessment-Tools zur Messung des Chronifizierungsrisikos (STartBack-Fragebogen), einer Telemedizin-Vernetzungssoftware (Therapienavigator) und einer Medizin-App (Kaia). Der Schwerpunkt des vorliegenden Interventionsprogramms liegt auf Patienten mit akutem und subakutem Rückenschmerz.

Methodik

Rise-uP ist eine prospektive Kohortenstudie mit einer Interventionsgruppe und einer Kontrollgruppe im Sinne einer Beobachtungsstudie (Versorgungsforschungsstudie), deren Beobachtungszeitraum 18 Monate beträgt. Die Evaluation beinhaltet die Analyse von quantitativen Primärdaten aus mehreren validierten Fragebögen, sowie Sekundärdaten aus i) Routinedaten einer gesetzlichen Krankenkasse, ii) Daten aus einer Gesundheits-App und iii) aus einer Telemedizin-Software.

Primärer, fallzahlrelevanter Endpunkt ist das Schmerzniveau der Patienten, der mit einem Schmerzindex (Visual Analogue Scale, VAS) gemessen wird. Daneben werden Funktionalität und allgemeine Lebensqualität erhoben. Im Rahmen einer gesundheitsökonomischen Auswertung wird überprüft, ob eine signifikante Veränderung der gesamten Versorgungskosten besteht. Des Weiteren wird eine inkrementelle Kosteneffektivitäts-Analyse durchgeführt. Bei der inkrementellen Kosteneffektivitäts-Analyse werden die Kosten pro reduziertem Schmerzindex errechnet.

Ansprechpartnerin

Dr. rer. pol. Linda Kerkemeyer

Dimini

Diabetes mellitus? – Ich nicht!

Ziel des Präventionsprojektes Dimini ist die Steigerung der Gesundheitskompetenz von Patienten mit einem erhöhten Risiko an DMT2 zu erkranken. Auf diese Weise sollen langfristige verhaltenspräventive Veränderungen erreicht werden.

Relevanz des Themas

Diabetes mellitus Typ 2 (DMT2) zählt in Deutschland mit inzwischen mehr als sechs Millionen Betroffenen zu den Volkskrankheiten mit einer der höchsten Prävalenz. Darüber hinaus sind schätzungsweise weitere drei bis fünf Millionen Menschen von unentdecktem DMT2 oder einem erhöhten Blutzuckerwert betroffen. Langfristig gesehen kann DMT2 bei Betroffenen zu schweren Folgeerkrankungen führen und hohe Kosten verursachen. Daher ist es besonders wichtig, relevante Risikoparameter rechtzeitig zu erkennen und diesen frühzeitig mit adäquaten Präventivmaßnahmen zu begegnen.

Gegenstand des Projektes

Zur frühzeitigen Identifikation von Menschen mit hohem DMT2-Risiko wird der so genannte FINDRISK-Test eingesetzt, der das individuelle Risikoprofil anhand von acht einfach zu beantwortenden Fragen u.a. zu Körpergröße, Gewicht und Ernährungsgewohnheiten ermittelt. Darauf aufbauend erhalten die Betroffenen über einen Zeitraum von drei Monaten die bedarfsgerechte Dimini-Lebensstilintervention. Diese enthält ein Set von gesundheitsrelevanten Informationen sowie die Aufforderung, ein analoges Ernährungs- und Bewegungstagebuch zu führen. Optional können Betroffene auch in einer App sämtliche Bestandteile der Lebensstilveränderung abrufen und dokumentieren. Hausärzte wirken in Form von Zwischencoachings unterstützend und begleitend in dem Projekt mit.

Methodik

Die Wirksamkeit der Lebensstilintervention wird durch eine randomisierte kontrollierte Studie untersucht. Eingesetzt werden hierbei quantitative Auswertungen durch validierte Fragebögen und qualitative Auswertungen durch Fokusgruppen- und Einzelinterviews. Primärer Endpunkt ist das Körpergewicht. Darüber hinaus werden Bauchumfang, HbA1c-Wert sowie das Ernährungs- und Bewegungsverhalten und die Lebensqualität der Teilnehmer untersucht.

Ansprechpartner

Hans-Holger Bleß, Sarah Wetzel

RubiN

Regional ununterbrochen betreut im Netz

Ziel von RubiN ist die Qualifizierung und Implementierung eines Care- und Casemanagements, das geriatrischen Patienten ermöglicht, möglichst lange in ihrer Häuslichkeit verbleiben zu können.

Relevanz des Themas

Der demografische Wandel sowie eine damit einhergehende Zunahme chronisch und multimorbid erkrankter Patienten stellen aktuelle Entwicklungen in Deutschland dar. Insbesondere bei geriatrischen Patienten treten akute und chronische (Mehrfach-) Erkrankungen gleichzeitig auf. Der Begriff Geriatrie bezieht sich demnach nicht auf die Gesamtheit älterer Menschen, sondern beschreibt einen mit höherem Lebensalter assoziierten Zustand. Hinzu kommen altersphysiologische Veränderungen, durch die die Reservekapazitäten unterschiedlicher Körperfunktionen zunehmen eingeschränkt sind und Alltagsaktivitäten nur noch unzureichend bewältigt werden können. Darüber hinaus sind die fragmentierten Strukturen und wenig vernetzten Sektoren des deutschen Gesundheitssystems nicht auf die Versorgung älterer, chronisch oder multimorbid erkrankter Patienten ausgerichtet.

Gegenstand des Projektes

Im Rahmen des Projekts „RubiN – Regional ununterbrochen betreut im Netz“ wird daher eine Verbesserung der Identifikation, der Versorgungssituation und des Gesundheitszustandes geriatrischer Patienten angestrebt; insbesondere die Selbstständigkeit älterer Patienten soll erhalten werden. Innerhalb akkreditierter Praxisnetze soll zu diesem Zweck ein multiprofessionelles, sektorenübergreifendes und assessmentgestütztes Fortbildungscurriculum für Angehörige von Gesundheitsberufen für das Fallmanagement geriatrischer Patienten eingesetzt werden. Um gleichzeitig die Entlastung von Hausarztpraxen in der Versorgung geriatrischer Patienten zu ermöglichen, soll außerdem die rechtssichere Delegation in Versorgungsnetzwerken durch die Entwicklung und Einführung allgemeiner Struktur- und Prozessanforderungen gewährleistet werden.

Methodik

Die Evaluation des Projektes erfolgt auf drei Ebenen: Zum einen wird eine quantitative Evaluation mit Primärdaten durchgeführt. Die Erhebung erfolgt mittels standardisierter Messinstrumente. Primärer patientenbezogener Endpunkt ist hierbei die Fähigkeit zur Bewältigung von Alltagstätigkeiten nach 12 Monaten, gemessen mit dem Barthel-Index. Des Weiteren wird eine formative Prozessevaluation durchgeführt, in der die Akzeptanz, Machbarkeit und Umsetzung der Intervention untersucht werden. Hierbei werden sowohl qualitative als auch quantitative Erhebungsmethoden eingesetzt. Außerdem wird eine gesundheitsökonomische Evaluation durchgeführt. Das Design der Evaluation ist prospektiv kontrolliert.

Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr. oec. Volker E. Amelung, Felix Freigang

 

Dies ist ein Projekt aus dem Bereich „Forschung & Evaluation”.
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DELIVER-CARE

Delegation und Vernetzung bei chronisch-inflammatorischen Erkrankungen

Ziel von DELIVER-CARE ist die Entwicklung eines Modells für die Delegation von ärztlichen Tätigkeiten an MFA bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen.

Relevanz des Themas

Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen handelt es sich um komplexe Krankheitsbilder mit einem hohen Versorgungsaufwand. Im derzeitigen Versorgungsalltag kann der enorme zeitliche Aufwand für eine optimale Behandlung nicht geleistet werden. Der fehlende oder stark verzögerte Zugang zu einer fachärztlichen Versorgung führt oft dazu, dass sich die Prognose und die Lebensqualität verschlechtert. Dieser Problematik ließe sich durch die Delegation von ärztlichen Tätigkeiten an medizinische Fachangestellte (MFA) entgegenwirken.

Gegenstand des Projektes

Ziel von DELIVER-CARE ist die Entwicklung eines Modells für die Delegation von ärztlichen Tätigkeiten an MFA bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen. Die MFA sollen dabei eine eigene strukturierte Sprechstunde durchführen. Sie erheben derzeitige Symptome und die Verträglichkeit der Medikamente und dienen als primäre Ansprechpersonen bei besonderen Vorkommnissen, z. B. bei Medikamentennebenwirkungen. Anschließend werden die Befunde mit dem Patienten und dem Facharzt besprochen. Der Patient erhält so eine effektivere medikamentöse Therapie, individualisierte Aufklärungen und einen schnelleren Zugang zu Fachärzten. Das Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt ca. 2,2 Millionen Euro gefördert. Im Erfolgsfall kann das Konzept sowohl auf andere Regionen als auch auf andere Krankheitsbilder (z. B. Augenheilkunde) mit fachspezifischer Anpassung übertragen werden.

Methodik

Zur Evaluation von DELIVER-CARE wird eine randomisierte kontrollierte Studie durchgeführt. Im Rahmen der Studie soll die Effektivität dieser MFA-Sprechstunde im Vergleich zur Regelversorgung über 12 Monate geprüft werden. Für drei Krankheitsbereiche (Gastroenterologie, Rheumatologie, Dermatologie) wird geprüft, welchen Einfluss die MFA-Sprechstunde auf die Krankheitsaktivität hat und inwiefern sich patientenbezogene Faktoren wie z. B. Krankheitsbewältigung, Lebensqualität oder die Zufriedenheit verbessern. Darüber hinaus wird auch die Kosten-Effektivität geprüft.

Ansprechpartner

Dr. rer. pol. Linda Kerkemeyer

TeLIPro

Telemedizinisches Lebensstil-Interventions-Programm für Typ-2-Diabetiker

Im Rahmen des Telemedizinischen Lebensstil-Interventions-Programms (TeLIPro) sollen Betroffene mit der Diagnose Diabetes mellitus Typ 2 durch eine patientenzentrierte, individuelle und persönliche Betreuung in einer gesunden Lebensweise unterstützt werden. In diesem Zusammenhang soll auch die Adhärenz der Patienten gestärkt werden, um eine nachhaltige Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Lebensqualität erzielen zu können.

Relevanz des Themas

Die Prävalenz von Diabeteserkrankungen ist in Deutschland weiterhin steigend. Rund sieben Millionen Erwachsene leiden an Diabetes mellitus, davon rund 95% an Typ-2-Diabetes. Durch die Behandlung, insbesondere der Folgeerkrankungen, entstehen hohe Gesundheitskosten. Da speziell die Entstehung und Progredienz des Typ-2-Diabetes durch geringe körperliche Aktivität und hochkalorische Ernährung begünstigt wird, können Interventionen, die den Lebensstil betreffen, zu Verbesserungen der Gesundheit und Lebensqualität beitragen.

Gegenstand des Projektes

Zusätzlich zur üblichen Versorgung durch den behandelnden Arzt erhalten die Teilnehmer bei TeLIPro ein individuelles telefonisches Gesundheitscoaching. Die speziell im Bereich Diabetes und Motivation ausgebildeten Berater legen gemeinsam mit den Patienten individuelle Ziele fest und begleiten sie über die Programmlaufzeit von insgesamt zwölf Monaten. In den Gesprächen unterstützen die Coaches die Diabetes-Patienten dabei, ihr Ess- und Bewegungsverhalten dauerhaft zu verändern.

Im Rahmen des Programms erfolgt zudem ein Monitoring krankheits- und lebensstilrelevanter Parameter durch ein Blutzuckermessgerät, eine Waage und einen Schrittzähler. Der Patient und der Coach können die entsprechenden Werte in dem Online-Portal des Deutschen Instituts für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) einsehen. Schrittweise wird der Patient an ein eigenständiges Krankheitsmanagement und die selbstständige Umsetzung der Lebensstilumstellungen herangeführt.

Methodik

Zur Evaluation des Projektes wird eine randomisierte kontrollierte Studie mit einfacher Verblindung durchgeführt. Im Rahmen der Studie werden sowohl Primärdaten als auch Routinedaten verarbeitet. Als Endpunkte werden verschiedene medizinische Parameter erhoben, darunter insbesondere der HbA1c-Wert. Verhaltensbezogene Parameter und die gesundheitsbezogene Lebensqualität werden mittels validierter Fragebögen erhoben. Patientenpräferenzen werden durch ein Discrete Choice Experiment dargestellt. In die Evaluation fließt auch eine gesundheitsökonomische Analyse ein, bei der die Kosteneffektivität von TeLIPro leistungs- und sektorenspezifisch untersucht wird.

Ansprechpartner

Hans-Holger Bleß

LeIKD

Lebensstil-Intervention bei Koronarer Herzkrankheit und Diabetes

LeIKD ist ein Lebensstil-Interventions-Projekt, das sich an Hochrisikopatienten mit einer Kombination von Diabetes mellitus Typ 2 (DMT2) und koronarer Herzerkrankung widmet.

Relevanz des Themas

Die großen Volkskrankheiten, wie z. B. Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen, betreffen die meisten Menschen früher oder später einmal in ihrem Leben. Besonders die Kombination dieser Krankheiten lässt das Risiko einer erhöhten Morbidität und Mortalität exponentiell ansteigen. Die Entwicklung und Erprobung neuer Versorgungsmodelle für diese Krankheiten ist daher von großer Wichtigkeit.

Gegenstand des Projektes

Das Ziel von LeIKD ist die Optimierung und Zielwerterreichung kardiovaskulärer Risikofaktoren durch eine nachhaltige Stärkung der Gesundheitskompetenz von Hochrisikopatienten mit DMT2 und koronarer Herzkrankheit. Langfristig soll somit die Morbidität und die Mortalität der Betroffenen gesenkt werden. Durch Aktivitäts- und Pulsmesser, eine App zur Kommunikation zwischen den Patienten und Ärzten, individuelle Bewegungs- und Ernährungsprogramme sowie bestehende Gesundheitsprogramme der Techniker Krankenkasse werden die Patienten bedarfsgerecht an eine Lebensstiländerung herangeführt. Die Förderung des Projektes beträgt für drei Jahre insgesamt ca. 4,5 Millionen Euro. Im Erfolgsfall wird eine deutschlandweite Übertragung angestrebt. Die Eröffnung weiterer Standorte soll hierbei sukzessive beitragen.

Methodik

Zur Evaluation des Projektes wird eine multizentrische randomisierte kontrollierte Studie durchgeführt. Im Rahmen der Studie soll untersucht werden, ob der Lebensstil der Patienten positiv beeinflusst sowie die Gesundheitskompetenz und die gesundheitsbezogene Lebensqualität gesteigert werden können. Für die Evaluation werden Ergebnisse aus medizinischen Untersuchungen, Patientenbefragungen und Routinedaten der Techniker Krankenkasse herangezogen. Primärer Endpunkt ist der HbA1c-Wert der Patienten. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität, die Gesundheitskompetenz und verhaltensbezogene Parameter werden mittels validierter Fragebögen erhoben.

Ansprechpartner

Hans-Holger Bleß, Felix Freigang

SmartAssistEntz

Smartphone-assistierte Abstinenzförderung nach Alkoholentzug

Die neue Versorgungsform „SmartAssistEntz“ soll Patienten nach erfolgtem stationärem Alkoholentzug dabei unterstützen, individuell passende Anschlussmaßnahmen zu identifizieren, in Anspruch zu nehmen und nachhaltig zu nutzen

Relevanz des Themas

Alkoholabhängigkeit gehört zu den häufigsten psychischen Störungen weltweit und ist durch einen oft chronischen Verlauf gekennzeichnet. Das deutsche Gesundheitssystem hält prinzipiell eine Vielzahl von Behandlungsangeboten für die Betroffenen bereit. Jedoch nimmt nur ein geringer Anteil der Betroffenen nach Abschluss des stationären Entzugs weiterführende Versorgungsangebote in Anspruch. Folglich erhalten Betroffene in einer Phase, die sich durch ein hohes Rückfallrisiko auszeichnet, keine angemessene Unterstützung.

Gegenstand des Projektes

Das Smartphone-basierte Konzept sieht die folgenden durch einen eCoach begleitete Komponenten vor: a) Förderung der Abstinenzmotivation durch App-basiertes Training von Abstinenzkompetenz, b) App-basierte Telediagnostik zur Identifikation der individuell passenden Anschlussmaßnahmen und c) Überführung in ausgewählte Anschlussmaßnahmen auf Grundlage eines individuellen Nachhaltigkeitsplans, der in sechs wöchentlichen Telefonaten zwischen dem Patienten und dem eCoach gemeinsam erarbeitet wird. Für die Projektlaufzeit von 3 Jahren besteht eine Förderung von insgesamt ca. 2,4 Millionen Euro. Im Erfolgsfall könnte das Versorgungskonzept „SmartAssistEntz“ auf andere Regionen oder in die Regelversorgung übertragen werden.

Methodik

In der Evaluation erfolgt ein Vergleich von „SmartAssistEntz“ mit der Regelversorgung. Primärer Zielparameter ist das Rückfallrisiko innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Entzugs. Sekundäre Parameter sind u.a. die Nutzung evidenzbasierter Anschlussbehandlungen nach stationärem Entzug, die Schwere der Alkoholabhängigkeit, die gesundheitsbezogene Lebensqualität und die (Gesamt-)Kosten. Tertiäre Outcomeparameter sind Usability und Zufriedenheit mit „SmartAssistEntz“. Hierzu werden Patienten sowie Behandler befragt und Routinedaten der beteiligten Krankenkassen und der Rentenversicherung herangezogen.

Ansprechpartner

Dr. rer. pol. Linda Kerkemeyer, Vanessa von Stülpnagel